Zum Thema "Landgemeinde Emleben"

Liebe Emleberinnen und Emleber,

am Dienstag fand die Bürgerversammlung zur Zukunft unseres Ortes statt.
Es waren viele Einwohner ins Bürgerhaus gekommen.
Für die Bürgerinnen und Bürger, die nicht teilnehmen konnten, möchte ich den Abend noch einmal zusammenfassen.

Emleben soll Emleben bleiben, hörten viele von Ihnen im Dezember an den Haustüren, als die Bürgerinitiative Unterschriften für das Bürgerbegehren sammelte.

Ja, Emleben soll Emleben bleiben! Hinter dieser Aussage stehe auch ich voll und ganz, aber als Dorf in einer ländlichen Gemeinschaft!

Die Veranstaltung sollte Transparenz und Klarheit schaffen!

Alle Unklarheiten, die unter anderem aus falschen Behauptungen, unsachlichen Interpretationen oder weitergetragenem Halbwissen entstanden sind, sollten ausgeräumt werden.

Hierzu wurden zwei Power Point Präsentationen gezeigt und verschiedene Wortbeiträge geleistet. Zwei Gastredner, Herr Kellner (CDU-Landtagsabgeordneter) und Frau Löwinger (Mitarbeiterin des Ministeriums für Inneres und Kommunales), kamen u.a. zu Wort.

Ja, es ist richtig, dass durch den Beitritt zur Landgemeinde die freiwilligen Leistungen nicht mehr so großzügig fließen können.

Aber können diese Leistungen bei einer Eigenständigkeit in Zukunft mit 100 %-iger Sicherheit weiter finanziert werden?

NEIN - denn es weiß heute niemand, wie sich die finanzielle Situation der Gemeinde entwickeln wird.

Pflichtleistungen, wie die Zahlung der Umlagen, Kindergarten, Feuerwehr und ordnungsbehördliche Aufgaben, Verkehrssicherungspflichten, wie

  • Unterhaltung der Gemeindestraßen,
  • Instandhaltung der Spielgeräte,
  • Baumpflege usw.

muss jegliche Gemeindeform entsprechend ihrer Einnahmen aufbringen.

In der Versammlung wurden den Bürgern Informationen über zu erwartende Veränderungen vermittelt.

Diese sind:

  • Umbenennung von 6 Straßen
  • Vergabe einer neuen PLZ
  • Das Ortsschild wird sich ändern.

Auf diesem stünde dann künftig:

Emleben

Gemeinde Georgenthal

 

Weiteres können Sie dem beiliegenden Flyer entnehmen.

Die Angst vor etwas Neuem ist bei vielen Bürgerinnen und Bürgern da. Das verstehe ich. Eine neue Verbindung, egal in welcher Form, ob privat oder auf kommunaler Ebene, bringt immer Unbekanntes mit sich.

Ohne Kompromisse zu schließen ist ein friedliches, harmonisches Miteinander nicht möglich.

Diese Möglichkeit ist den Gemeinden Petriroda, Hohenkirchen, Georgenthal und Leinatal durch den freiwilligen Zusammenschluss gegeben.

Momentan können wir es noch selbst in die Hand nehmen und uns mit den anderen Gemeinden zu einer Landgemeinde zusammenschließen.

Wir können jetzt per Vertrag bestimmen, wie unser Gemeindeleben in Zukunft aussehen wird.

Ein Warten könnte den Anschluss an das Mittelzentrum Gotha bedeuten. Sollte es hierzu kommen, sind Forderungen, die die Gemeinde jetzt in dem Vertrag mit den Partnergemeinden regeln, später mit Gotha schwer durchzusetzen sein.

Die Angliederung an die Stadt Gotha wird insofern sehr wahrscheinlich, da der Landesentwicklungsplan des Freistaates Thüringen die Stärkung der Mittelzentren - weiter verfolgt.Jeder sollte nun genau bedenken, welche Variante die bessere ist, um hoffentlich für eine sehr, sehr lange Zeit, unserem Dorf den von uns allen so gewünschten dörflichen Charakter zu erhalten.

Ich möchte alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich bitten, sich an der Abstimmung zur Zukunft unserer Gemeinde zu beteiligen und ihre Stimme am 10.3.2019 mit Bedacht und Weitsicht abzugeben.

Es zählen nicht die zwei, drei Jahre, die wir jetzt vorausschauend planen können.

Ob das Geld in dem jetzigen Umfang weiter zur Verfügung stehen wird, kann heute noch keiner sagen.

Wie schnell sind mal einige 100.000 Euro an Steuergeldern, die zudem noch mit  6 % jährlich verzinst werden zurückzuzahlen.

Einer Gemeinde werden diese hohen Zinszahlungen, wenn aus Jahren zuvor zurückgefordert wird, sofort auferlegt.

Das ist leider in den letzten Jahren häufiger vorgekommen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass eine größere Gemeinschaft aus, gleichberechtigten Partnern, zum Wohl aller Beteiligten auf Augenhöhe arbeiten wird und auch Verbindlichkeiten gemeinsam geschultert werden. Ein Einzelkämpfer, wie es Emleben in der Eigenständigkeit wäre,hat es schwer.

Ja, Emleben soll Emleben bleiben, als Ort auf dem Lande und nicht Ortsteil eines Mittelzentrums.

Sollten noch Fragen auftreten, können Sie mich jederzeit ansprechen, auch meine Sprechzeiten sind allgemein bekannt.

Ich möchte mich für den guten Verlauf der Versammlung bei den Rednern, der BI sowie bei Herrn Seeber für ihre Ausführungen und die Beantwortung der Fragen bedanken.

Für die Unterstützung durch das Verfassen und Entwerfen der Power Points meinen besonderen Dank an unsere Ehrenbürgerin Helga Oschütz, die den Vertragsentwurf zur Gründung einer Landgemeinde perfekt zusammengefasst hat.

Dank auch an Sandy Haak, Mitarbeiterin der der VG.

In ihrer Präsentation wurden kritische Frage eines fiktiven Emleber Bürgers beantwortet.

Den Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft „Apelstädtaue“ möchte ich auf diesem Weg auch meinen Dank aussprechen. Sie haben die Vorbereitung des Bürgerentscheides in dieser kurz bemessenen Zeit hervorragend umgesetzt.

Wir sehen uns am 10.3.2019 zur Abgabe, Ihrer für Emleben entscheidenden Stimme.

Silke Sauerbier
Bürgermeisterin